Filialkirche Obernberg

Die dem Heiligen Johannes d. Täufer geweihte Dorfkirche, jetzt Filialkirche der Pfarrei Wallerdorf, wird erstmals 1558  als “St. Johannes zu Perg Capelln” urkundlich erwähnt. Von Historikern wird der erste Bau dieses Kirchleins in die Zeit der Romanik, das 13. Jahrhundert, datiert. 1690 und 1759 wurde das Kirchlein bei Bränden weitgehend zerstört und jeweils wieder neu aufgebaut.

Das Altarbild zeigt die Taufe Christi und wurde 1760 von Franz Anton Rauscher, einem Schüler von Cosmas Damian Asam, gemalt. Neben den Altarsäulen befinden sich links die Skulptur des Evangelisten Johannes und rechts die des Heiligen Norbert von Xanten. Ein für diese Gegend bemerkenswertes Kunstwerk stellen die vier Nischen dar, die von Vorhang-Draperien umrahmt sind. In den Nischen befinden sich die Figuren des Heiligen Jakobus d. Älteren, der Mutter Gottes, des Heiligen Nikolaus und des Heiligen Johann Nepomuk. Im Zuge der Säkularisation 1803 wurde der Abriss der Kirche angeordnet, doch die Dorfbewohner wussten ihn zu verhindern.

1935 wurde eine gründliche Renovierung der Kirche durchgeführt und mit einem Deckenbild von Hans Segl aus Osterhofen ergänzt. Das Deckenbild zeigt “Gott Vater”.

Eine Orgel aus dem Konvent von Weltenburg hat man 1864 in der Kirche installiert. 1943 baute Michael Weise die Orgel neu. Unter Pfarrer Willibald Nigl wurde mit Unterstützung des Kreisheimatpflegers Georg Loibl ab 1983 eine intensive Innen- und Außenrenovierung durchgeführt, welche 1986 ihren Abschluss fand.

Nach dem Brand von 1759 wurde das elegant geschweifte Türmchen aufgesetzt, die Chorapsis angefügt und im Jahre 1763 die Glocke von Gottlieb Hancke in Landshut gegossen; nach der Ablieferung in den beiden Weltkriegen kehrte sie 1921 und 1947 wieder zurück.

Nach: Ulrich Damböck. Das Wunderbare der Pfarrei Wallerdorf. Fotobuch 2014, S. 77-87

Heinz Hager. Zeichen tiefer Volksfrömmigkeit. Kapellen – Kleinodien – Kurioses. Osterhofen 2006, S. 129-131

 

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