Amphitheater Künzing und das Phänomen

Warum wurde genau dieser Ort gewählt?

Das Amphitheater Künzing und das Phänomen römischer Arenen ohne urbanen Kontext

Künzing. Referent Dr. Boris Burandt aus Krefeld hält am Freitag, 22. Juli, um 19 Uhr im Römersaal des Museums Quintana in Künzing einen Vortrag über das Amphitheater von Künzing und das Phänomen römischer Arenen ohne urbanen Kontext. Das Amphitheater von Künzing ist in seinem Erscheinungsbild – wenn auch in Holz ausgeführt – typisch für eine römische Arena. Was allerdings überrascht ist sein Standort. Nahezu alle anderen bekannten Amphitheater des Römischen Reiches sind entweder Teil von großen zivilen Kolonien oder sie sind den wichtigen Legionsstandorten beigeordnet, die ihrerseits ausgeprägt städtischen Charakter hatten. Das antike Künzing war aber eine kleine Grenzgarnison mit umgebendem Dorf. Es stellt sich aus archäologischer Sicht also die Frage, warum ausgerechnet hier ein Amphitheater gebaut wurde und welchem Zweck es gedient hat. Gab es in der lokalen Bevölkerung eine besondere Begeisterung für den eigentlich genuin römischen Gladiatorenkampf? Wollte sich einer der Garnisonskommandaten vor seinen Männern besonders profilieren? Oder steht der Bau der Arena in Künzing gar mit dem Besuch von Kaiser Hadrian in der Provinz Raetien 121 nach Christus in Verbindung? Diesen Fragen hat sich Boris Burandt im Rahmen einer Grundlagenermittlung für das Museum Quintana gewidmet und stellt die zusammengefassten Ergebnisse nun mit diesem Vortrag der Öffentlichkeit vor.
Der Referent Dr. Boris Burandt ist Stadtarchäologe von Krefeld und Leiter des Museum Burg Linn. Von 2019 bis 2020 hat er sich in einem von der Gemeinde Künzing und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege finanzierten Forschungsprojekt mit den beiden Amphitheatern von Künzing und Dambach beschäftigt. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.
Quelle: Donauanzeiger
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