Noch einmal Ostern

Noch einmal Ostern

 

Sie begrüßen einander in diesen Tagen mit „Christus ist auferstanden“ und antworten darauf: „Er ist wahrhaft auferstanden“. Wird eine echte Feuerpause eingehalten, wenn die Auferstehungsgottesdienste gefeiert werden? Osterglockengeläut statt Bombeneinschläge? Es wäre ein Hoffnungszeichen in diesem schrecklichen Krieg!

 

Antworten von Kardinal Christoph Schönborn in der Zeitung HEUTE am 22 .4. 2022.

 

In Österreich leben schätzungsweise eine halbe Million orthodoxe Christen. Sie stammen aus Griechenland und Rumänien, aus Bulgarien und, sehr zahlreich, aus Serbien. Zu den östlichen Christen zählen auch die Kopten aus Ägypten, die eine sehr lebendige Gemeinschaft bilden. Ebenso die syrisch Orthodoxen, viele als Flüchtlinge zu uns gekommen. Und natürlich auch die russisch Orthodoxen sowie die ukrainischen Orthodoxen, letztere auf der Flucht vor dem Krieg. Sie alle feiern an diesem Sonntag ihr Osterfest nach dem alten Julianischen Kalender. Sie alle begehen das höchste christliche Fest des Jahres besonders feierlich. Sie begrüßen einander in diesen Tagen mit „Christus ist auferstanden“ und antworten darauf: „Er ist wahrhaft auferstanden“.

Wie werden die orthodoxen Christen heuer in Russland und in der Ukraine Ostern feiern? Sie haben denselben Glauben, befinden sich aber im Krieg miteinander. Werden wenigstens an Ostern die Waffen schweigen? Wird eine echte Feuerpause eingehalten, wenn die Auferstehungsgottesdienste gefeiert werden? Osterglockengeläut statt Bombeneinschläge? Es wäre ein Hoffnungszeichen in diesem schrecklichen Krieg!

 

Quelle: Schönborn, Wien
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