Theateraufführung der “Lustigen Hartler”

Wenn “eingefleischte 60er” auf Bayern-Fans treffen

Theateraufführung der “Lustigen Hartler” heuer als Open Air Stück – Einzige Aufführung am 29. Juli

 

Mit “Ahoi am Chiemsee” werden sie in die Welt des Urlaubs entführen: Johanna Schmid (v.l.), Sabine Hennel, Tanja Anthofer, Sepp Regensberger, Alfred Schlederer, Max Urbeck, Olga Brumm und Armin Sedlmeier treten heuer als “Die lustigen Hartler” auf. −Foto: Rauch

Forsthart. Seit einigen Wochen wird bei den “Lustigen Hartlern” wieder fleißig geprobt, geplant und gehofft, dass der Wettergott genau an diesem Tag ein Einsehen hat. Denn das Open-Air-Stück “Ahoi am Chiemsee” wird genau einmal aufgeführt: Am Freitag, 29. Juli, um 19.30 Uhr in der Talstraße 2 in Forsthart.

Das Stück spielt auf einem Campingplatz am Chiemsee und entführt den Zuschauer in die Welt des unbekümmerten Urlaubs. Dass es jedoch nicht einmal im Urlaub ohne Reibereien abgeht, muss man auch hier erfahren. Besonders, wenn ein “eingefleischter 60-Fan” auf einen unverbesserlichen “Bayern-Fan” trifft. Schwierig, wenn beide sich einen Campingplatz teilen sollen, einen ganzen Urlaub lang. Ob das gut geht?

Eine herausragende Hauptrolle in dem Stück spielt Max Urbeck, seinen “Gegner” Armin Sedlmeier. Die Ehefrauen werden gespielt von Olga Brumm und Sabine Hennel. Der “Vogelkundler” wird dargestellt von Thomas Blohm, Tanja Anthofer schlüpft in die Rolle der Studentin “Simona” und Johanna Schmid tritt als Feriengast “Britta” auf. Sepp Regensberger überrascht in der Rolle des Platzwarts und Fred Schlederer bezirzt als flotter Schwimmlehrer vor allem die Damenwelt.

Sie alle führen die Tradition des 1947 gegründeten Theatervereins “Die lustigen Hartler” weiter. Das ist Organisatorin Evelyn Rauch wichtig, denn ihr inzwischen 89-jähriger Vater war früher selbst begeisterter Laienschauspieler. Als Schreinermeister sorgte er zudem für eine gut ausgestattete Bühne: Unerreicht sind die Kulissen und Bühnenbilder, gemalt von Sepp Hermannseder.

“Ich kann und will es nicht hinnehmen, dass nach Verkauf und Abriss des Eggerstorfer-Saales alles in Vergessenheit gerät, was bei den ’Lustigen Hartlern‘ in fast 70 Jahren geleistet wurde”, sagt Evelyn Rauch. Aus vielen Häusern in Forsthart seien in diesen Jahren unvergessene Talente hervorgegangen, die das Publikum begeisterten. Der Zusammenhalt aller Beteiligten machte den jahrzehntelangen Erfolg erst möglich.

Seit dem Wegfall der Bühne kämpft sie um den Wiederaufbau und versuchte alles, um dem Theaterverein eine Zukunft zu geben. Nach vielen Rückschlägen und Enttäuschungen reifte in ihr die Idee, es mal ohne Bühne zu versuchen. Als Aufführungsort wurde ihr Grundstück erkoren, in dem man eine Erhöhung gut als Bühne nutzen kann. Daneben befindet sich fester Untergrund für die Zuschauer. Durch ihren langjährigen Kontakt zu Theaterverlagen fand sie schnell ein geeignetes “Freiluftstück”.

Allerdings musste sie – wie viele Vereine auch – feststellen, dass es gerade nach der Pandemie viel schwieriger geworden ist, Leute zu begeistern, sich für etwas zu engagieren. “Das allerdings stachelte meinen Ehrgeiz noch mehr an, gerade jetzt der Kultur und dem Vereinsleben wieder eine Chance zu geben und ein Miteinander zu fördern”, schildert die Theaterbegeisterte. Deshalb ist sie dankbar, dass sich eine motivierte, begeisterte Truppe gefunden hat, zusammengesetzt aus langjährigen Spielern der “Lustigen Hartler” sowie Neueinsteigern, die fallweise sogar Fernseherfahrung mitbringen. Ganz nach ihrem Motto: “Grundsätzlich hat bei uns jeder eine Chance, je bunter, desto interessanter, und vor allem die Begeisterung zählt”.

Kommenden Freitag soll also die Premiere als Open Air Aufführung erfolgen. Da in der Talstraße leider keine Parkplätze zur Verfügung stehen, werden die Besucher gebeten, auf den öffentlichen Parkplatz am Fußballplatz auszuweichen oder beim ehemaligen Edeka Baumgartner am Kirchplatz zu parken. Karten gibt es nur an der Abendkasse, Reservierungen sind nicht möglich. Es werden Getränke und kleine Brotzeiten angeboten.

 

 

Quelle: pnp
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