Herbstkranz-Bastelei

Die Sonne hat in den letzten Tagen noch mal alles gegeben und gezeigt, was in ihr steckt. Doch der Sommer neigt sich allmählich dem Ende und der Herbst zieht auch in der Isarstadt ein. Beim Spaziergang am Stadtplatz sieht man es deutlich, denn die Blätter an den Bäumen beginnen schon, sich zu verfärben. Also wird es Zeit, die Herbst-Dekoration aus dem Speicher hervorzuholen und das Heim gemütlich zu gestalten. In den letzten eineinhalb Jahren waren die Kreativität und der Einfallsreichtum der Menschen besonders gefordert, denn wegen Corona mussten viele Geschäfte schließen. Wieso also nicht die neu entdeckte Kreativität und gelernten Bastelfähigkeiten nutzen und das Eigenheim mit einem selbst gemachten Herbstkranz verschönern. Auch für absolute Bastelneulinge ist das Herbstkranz binden, machbar. Zuerst gilt es die nötigen Utensilien zu besorgen – doch was braucht man überhaupt? „Einen Strohkranz – im Fachjargon auch Römer genannt, Wickeldraht, Blätter, Beeren und Pflanzen nach Wahl“, erklärt Floristin Anna Vogl vom Geschäft BlumenReich in Plattling. Einige der Materialien finden sich in der Natur, wie etwa das Laub oder die Beeren. Die restlichen Sachen können ganz bequem im Blumenladen des Vertrauens erworben werden. Vorbereitung ist die halbe Miete Bevor man sich ans Werk macht, sollte man das Material schon soweit vorbereiten, dass es nur noch gelegt und gewickelt werden muss. Dabei gilt: Je kürzer die Pflanzen und Beeren geschnitten sind, desto kompakter wird der Kranz. Denn bei längeren Materialien verteilt es sich großflächiger und wird eher lichter, wie die Floristin erklärt. „Für Anfänger empfehle ich, mit vier verschiedenen Dingen zu binden. Erstens weil es dann einfacher ist, die Dinge zusammen zu halten und mit dem Draht zu umwickeln und zweitens, weil sich das Material dann gleichmäßiger verteilen lässt“, erklärt Anna Vogel. Für den Kranz verwendet sie Erika, Hagebutten, gefärbtes Schleierkraut und Eichenblätter. Man kann aber auch andere Beeren verwenden, die zum Beispiel im eigenen Garten wachsen. Beim Laub hat man die freie Wahl, es dürfen also gern die Blätter sein, die man beim Spaziergang eingesammelt hat. Der Römer hat einen Durchmessen von 20 Zentimeter. „Den Kranz gibt es in verschiedenen Größen, aber man darf nicht vergessen, dass der Kranz, wenn er fertig ist, im Durchmesser noch mal um zehn Zentimeter größer ist“, sagt Vogl. Je nach Geschmack kann der Strohkranz noch mit einem Schleifenband oder Flies umwickelt werden. Dies dient lediglich für die Optik, dann ist nämlich der Kontrast zu den Pflanzen nicht so hart. Außerdem sieht die Rückseite ansprechender aus, wenn der Kranz an einer Glastür aufgehängt ist. Wenn alles bereit liegt, dann kann es auch schon losgehen. Wichtig ist, dass der Kranz immer von links gegen den Uhrzeigersinn gebunden wird. Zuerst wickelt man den Draht einmal um den Kranz und verknotet diesen an der Rückseite. Das Ende vom Draht aber nicht abschneiden, sondern in den Kranz rein stecken, denn das wird am Schluss noch benötigt. Als Nächstes wird die erste Reihe der Materialien gelegt, dabei gilt: das Lange nach außen, damit die runde Form des Kranzes erhalten bleibt. Die Materialien dabei am besten nebeneinanderlegen. Frisches Material trocknet noch nach Dann wird das Ganze einmal mit dem Draht umwickelt. Der Draht soll dabei streng gewickelt werden, damit kein Material verrutschen oder aus dem Kranz fallen kann. Denn das frische Material wird noch trocknen und dadurch an Volumen verlieren. Auf die ganze Reihe folgt nun aber eine halbe Reihe, das heißt, die Reihe wird nur bis zur Hälfte des Kranzes belegt. Durch den Wechsel wird das Material gleichmäßig verteilt, ohne den Kranz übermäßig buschig wirken zu lassen. In diesem Prinzip belegt man nun abwechselnd den Kranz und dabei darf man nicht vergessen, jede Reihe einmal fest mit Draht zu umwickeln, damit auch alles an seinem Platz bleibt. Ist nun alles vom Kranz bedeckt und man kommt am Anfang an ist es nun wichtig, keinen harten Übergang zu haben, in dem man die letzte Reihe einfach auf die erste legt. „Um einen fließenden Übergang zu schaffen, hebe ich einfach die Pflanzen, Beeren und Blätter an und schiebe die Stiele der letzten Reihe darunter. So sind sie ordentlich versteckt und man sieht sie nicht mehr“, erklärt Anna Vogl. Die Reihe noch ein letztes Mal umwickeln und den Draht abschneiden. Nun das Ende, das vorher in den Kranz gesteckt wurde, rausziehen und mit dem abgeschnittenen Drahtende verknoten. Für die Optik können die zwei Enden wieder in den Kranz reingesteckt werden. Wer möchte, kann an den Kranz noch ein Band anbringen, um ihn an eine Türe oder ins Fenster zu hängen. Aber auch als Tischdekoration mit einer Kerze in der Mitte ist er definitiv ein kleiner Blickfang.
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