Gedanken zum Evangelium Bistum Passau

Künzing - Wallerdorf - Forsthart

Umsonst und gratis, aber nicht vergeblich!

„Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“. Dieser Spruch aus dem Matthäusevangelium (Mt 10,8) zeigt auf was es heißt, als Christ beschenkt zu sein. Ohne Verdienst hat Gott uns in seine Nähe berufen, gratis dürfen wir Gott Vater nennen, sollen unseren Glauben aber auch umsonst mit anderen teilen. Ein Impuls zum 14. Juni 2026 von Franz Haringer, Leiter des Papst-Geburtshauses Marktl a. I.

An die­sem Sonn­tag geht es los. Das ers­te Spiel unse­rer deut­schen Natio­nal­mann­schaft bei der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft steht auf dem Pro­gramm. Der Geg­ner ist Cura­cao. Ehr­lich gesagt habe ich da zwei­mal hin­hö­ren müs­sen. Cura­cao – ist das nicht ein Likör? Aber mitt­ler­wei­le habe ich es schon ver­stan­den. Der Likör kommt von der Insel Cura­cao in der Kari­bik. Wör­ter kön­nen ziem­lich miss­ver­ständ­lich sein. Wör­ter kön­nen meh­re­re Bedeu­tun­gen haben. So ein Wort hören wir auch im Evan­ge­li­um die­ses Sonn­tags. Der Herr Jesus sagt zu den zwölf Apos­teln, die er gera­de beru­fen hat: ​Umsonst habt ihr emp­fan­gen, umsonst sollt ihr geben.“ Umsonst – auch so ein Wort mit mehr Bedeu­tun­gen. Umsonst, ver­geb­lich, frus­trie­rend. So kann es einem schon ein­mal gehen, der die Bot­schaft von Jesus Chris­tus heu­te aus­zu­rich­ten versucht.

 

 

Ziem­lich umsonst, mit wenig Ertrag und wenig Früch­ten, so scheint es, sind die vie­len Akti­vi­tä­ten, die wir als Kir­che so star­ten, um die Men­schen zu errei­chen. Und doch: Umsonst kann auch hei­ßen: gra­tis geschenkt. Ganz ohne unser Ver­dienst. Chris­ten leben bis heu­te aus der Erfah­rung, beschenkt zu sein. Ganz ohne unser Ver­dienst hat sich der Herr­gott im mensch­li­chen Gesicht Jesu Chris­ti gezeigt und uns in sei­ne Nähe geru­fen. Völ­lig gra­tis dür­fen wir Gott Vater nen­nen und zur Gemein­schaft der Glau­ben­den, der Kir­che, gehö­ren. Da zäh­len nicht Ver­diens­te. Das gibt es ein­fach umsonst, gratis.

Ob die zwölf Apos­tel von damals oder wir Gläu­bi­gen von heu­te – das müs­sen wir ein­fach wei­ter­erzäh­len. Gra­tis haben wir emp­fan­gen. Gra­tis geben wir das wei­ter und ganz bestimmt nicht umsonst im Sin­ne von ver­geb­lich. Dann hof­fen wir mal, dass auch unse­re Fuß­bal­ler sich nicht umsonst, ver­geb­lich mühen. Ich wün­sche Ihnen einen geseg­ne­ten Sonntag.

 

Franz Harin­ger, Lei­ter Papst-Geburts­haus Marktl a. I.
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