Gedanken zum Evangelium Bistum Passau

Künzing - Wallerdorf - Forsthart

Freiheit ist kein Autopilot!

Nicht als „Ich mache, was ich will“ – ist Freiheit im christlichen Sinn gedacht. Die denkt die Freiheit des anderen mit und ist auch immer mit Verantwortung für mein Handeln und für meine Mitmenschen verbunden. Der Kern christlicher Freiheit ist: Du entscheidest – und Gott geht mit. Ein Impuls zum 15. Februar 2026 von Studentenpfarrer Peter Kunz.

Der Mensch denkt – Gott lenkt.“ Ein Satz, den vie­le ken­nen. Oft sagen wir ihn dann, wenn unse­re Plä­ne nicht auf­ge­gan­gen sind – und im Nach­hin­ein doch etwas Gutes dar­aus gewor­den ist. Aber mal ehr­lich: Wenn Gott sowie­so alles lenkt – war­um sol­len wir dann noch ent­schei­den? War­um Ver­ant­wor­tung über­neh­men? War­um über­haupt rin­gen, zwei­feln, wählen?

Die Bibel ist da über­ra­schend klar. Im Buch Jesus Sirach heißt es: Feu­er und Was­ser lie­gen vor dir. Leben und Tod. Du darfst wäh­len. Gott nimmt uns die­se Ent­schei­dung nicht ab. Er zwingt nie­man­den zum Guten – und schützt uns nicht auto­ma­tisch vor fal­schen Wegen. Frei­heit bedeu­tet immer auch Risi­ko. Man kann sich irren. Man kann schei­tern. Man kann schul­dig wer­den. Und trotz­dem: Genau die­se Frei­heit traut Gott uns zu.

 

 

Jesus macht deut­lich, wie die­se Frei­heit gedacht ist. Nicht als ​Ich mache, was ich will“. Son­dern als Frei­heit, die die Frei­heit des ande­ren mit­denkt. Wirk­lich frei lebt nicht, wer kei­ne Gren­zen kennt – son­dern wer weiß, wo die Gren­ze des ande­ren beginnt und sie respek­tiert. Frei­heit ist des­halb immer auch Ver­ant­wor­tung. Für mein Han­deln. Für sei­ne Fol­gen. Für die Men­schen neben mir.

Manch­mal wäre es ein­fa­cher, alles abzu­ge­ben: an Gott, an Auto­ri­tä­ten, an ​die da oben“. Aber Gott will kei­ne Mario­net­ten. Er traut uns zu, unse­ren Weg selbst zu gehen – Schritt für Schritt. Und dabei sind wir nicht allein. Gott sagt nicht: ​Mach mal.“ Er sagt: ​Ich bin da.“ Das ist der Kern christ­li­cher Frei­heit: Du ent­schei­dest – und Gott geht mit.

 

Peter Kunz, Stu­den­ten­pfar­rer
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