Das Hochfest Erscheinung des Herrn wurde früher acht Tage gefeiert und schloss mit einem Oktavtag, an welchem das zweiten Festgeheimnis, die Taufe des Herrn, besonders im Vordergrund stand. Erst der Wegfall dieser Oktav machte aus der Taufe des Herrn 1960 ein eigenes Fest, das immer am Sonntag nach dem 6. Januar gefeiert wird. Alle drei synoptischen Evangelien berichten von der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer (vgl. Mt 3,13-17, Mk 1,9ff, Lk 3,21f). Viele Kirchenväter sahen in der Taufe Jesu bereits eine Vorwegnahme seines späteren Todes und Hinabsteigens in die Unterwelt. In der Bibel markiert das Ereignis den Beginn seines öffentlichen Wirkens. Seit der Liturgiereform 1963 bildet das Fest den Abschluss der festlichen Weihnachtszeit; es folgt die reguläre „Zeit im Jahreskreis“ (erkennbar an der liturgischen Farbe Grün). In vielen Gemeinden erinnern die Gläubigen mit besonderen Taufgedächtnissen auch an ihre eigene Taufe. Mit der ermutigenden Botschaft des menschgewordenen Sohn Gottes führt das Fest aus der Weihnachtszeit – und sendet neu in den ganz normalen Alltag.