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Lesung
Galater 5,18–25°
Schwestern und Brüder! Wenn ihr euch vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz.
Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid, maßloses Trinken und Essen und Ähnliches mehr. Ich sage euch voraus, wie ich es früher vorausgesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben.
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit; gegen all das ist das Gesetz nicht.
Die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!Impuls
Vor einem halben Jahrhundert schrieb der Psychoanalytiker und Philosoph Erich Fromm ein Buch mit dem Titel »Haben oder Sein«. Er zeigt darin auf, dass sich eine Gesellschaft, die vom Haben wollen bestimmt ist, letztlich selbst zerstört. Die Menschen sind fremdbestimmt und nicht bei sich selbst. In der Folge entstehen Konkurrenz, Unfriede und Krieg. Paulus spricht von den Werken des Fleisches und der Frucht des Geistes. In einer scharfen Abgrenzung stellt er nebeneinander, was im Inneren des Menschen oft nicht trennbar ist. Es ist und bleibt ein Kampf, der nicht ein für allemal, sondern jeden Tag zu führen ist. Das Ziel jedoch ist klar benannt. Wenn wir zu Christus gehören, dann wandeln wir im Geist. Bei Menschen, die so ausgerichtet sind, kann man sich wohlfühlen. Sie strahlen Lebensfreude aus und Zuversicht, sind wie Oasen und Kraftorte.
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Evangelium
Lukas 11,42–46°
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse und geht am Recht und an der Liebe Gottes vorbei. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen.
Weh euch Pharisäern! Ihr liebt den Ehrenplatz in den Synagogen und wollt auf den Straßen und Plätzen gegrüßt werden.
Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken.
Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, mit diesen Worten beleidigst du auch uns. Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen unerträgliche Lasten auf, selbst aber rührt ihr die Lasten mit keinem Finger an.Impuls
Das Thema, das uns Lukas vor Augen führt, ist alt und gleichzeitig aktuell. Nach außen tun die Pharisäer Gutes, geben den vorgeschriebenen Zehnten und gleichzeitig gehen sie an der Liebe Gottes vorbei. Ihr Herz ist berechnend, ihr Wesen auf Ehre bedacht. Man findet sie auf Ehrenplätzen. Ihr Streben gilt dem eigenen Ego, die Anderen sind Mittel zum Zweck. In einem krassen Bild vergleicht Jesus die Pharisäer mit Gräbern. Ihr Inneres ist nicht lebendig, sie werden übersehen und übergangen, laden den Menschen Lasten auf, die sie selbst nicht bereit sind zu tragen.

