Gedanken zum Evangelium Bistum Passau

Künzing - Wallerdorf - Forsthart

Mir nach!

Mir nach! So spricht Christus und lädt uns damit ein, ihm nachzufolgen. Das bedeutet auch, sich nicht am Hier und Jetzt festzuhalten, sondern an Jesus. Gerade dann, wenn etwas Schweres im Leben hereinbricht. Wer mit ihm geht, kann an den persönlichen Kreuzen des Lebens menschlich und geistlich wachsen. Ein Impuls zum 30. August 2026 von Kaplan Tobias Asbeck.

Mir nach, spricht Chris­tus, unser Held, mir nach, ihr Chris­ten alle!“ So beginnt ein bekann­tes Kir­chen­lied. Auf den ers­ten Blick klingt die­ser Anfang fast wie ein Schlacht­ruf – wie der Auf­ruf, mit Chris­tus in einen hei­li­gen Krieg zu zie­hen. Singt man jedoch wei­ter, ver­flüch­tigt sich die­ser Ein­druck schnell. Denn dort heißt es: ​Ver­leug­net euch, ver­lasst die Welt, folgt mei­nem Ruf und Schal­le.“ Es geht also nicht um einen mili­tä­ri­schen Kampf, son­dern um einen geist­li­chen. Es geht dar­um, sich nicht allein auf sich selbst und auf die­se Welt zu ver­las­sen, son­dern auf Jesus Christus.

Eine wei­te­re Stro­phe greift das Evan­ge­li­um des Sonn­tags auf: ​Wer sei­ne Seel zu fin­den meint, wird sie ohn mich ver­lie­ren. Wer sie um mich ver­lie­ren scheint, wird sie nach Hau­se füh­ren. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und mei­ner Zier.“

 

 

Das Lied bringt die Logik Got­tes zum Aus­druck, die sich von der Logik der Welt unter­schei­det. Wer meint, sein Glück aus­schließ­lich im Hier und Jetzt fin­den zu kön­nen, wird frü­her oder spä­ter ent­täuscht wer­den. Denn irgend­wann begeg­net jedem Men­schen ein Kreuz – etwas Schwe­res, das die eige­nen Lebens­plä­ne erschüt­tert. Wer sich dage­gen an Chris­tus fest­hält, kann sich zwar am Schö­nen freu­en, zer­bricht aber nicht, wenn Schwe­res kommt. Wer eine per­sön­li­che Bezie­hung zu Jesus Chris­tus hat, weiß, dass man an den Kreu­zen des Lebens mensch­lich und geist­lich wach­sen kann.

Und Jesus sagt: Am Ende wird die Fra­ge sein, ob ich bereit war, um sei­net­wil­len auch etwas auf mich zu neh­men. Oder, wie das Lied es aus­drückt: ​Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewi­gen Lebens nicht davon.“

 

Tobi­as Asbeck, Kaplan Pfarr­ver­band Grafenau
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