Gedanken zum Evangelium Bistum Passau

Künzing - Wallerdorf - Forsthart

Nimm die Einladung an!

Wie wäre es, eine Hochzeit zu feiern ohne Sitzordnung und Rangfolge? Im Gleichnis von der Hochzeit eines Königssohnes ist genau das der Fall. Er lädt alle ein unter einer einzigen Bedingung: Nimm die Einladung an! Gleiches gilt für Gottes Reich. Er lädt uns alle ein. Ob wir Gottes Einladung annehmen, ist allein unsere Entscheidung. Ein Impuls zum 11. Oktober 2026 von Pfarrer Wolfgang de Jong.

Hoch­zei­ten sind eine sen­si­ble Ange­le­gen­heit. Vor allem Gäs­te­lis­ten. Nicht sel­ten erle­ben Paa­re ihren ers­ten hand­fes­ten Krach bei der Fra­ge: Wer soll alles ein­ge­la­den wer­den? Oft pral­len da Wel­ten auf­ein­an­der. Und dann erst die Sitz­ord­nung! Wer passt zu wem? Nicht aus­zu­den­ken, wie kom­pli­ziert das alles erst bei einer könig­li­chen Hoch­zeit sein muss. Nicht sel­ten pas­siert es, dass bei aller Pla­nung am Ende doch etwas schief­läuft. Viel­leicht weil man den Feh­ler gemacht hat, alles bis ins Detail pla­nen zu wollen.

 

 

Jesus erzählt in einem Gleich­nis von der Hoch­zeit eines Königs­soh­nes. Solch eine Hoch­zeit muss gut geplant sein. Sie ist etwas Beson­de­res. Der König lässt Mast­vieh und Och­sen schlach­ten – alles ist vor­be­rei­tet. Und was pas­siert? Die Ein­ge­la­de­nen kom­men nicht. Sie haben kei­ne Lust, sie zie­hen ande­re Din­ge der Hoch­zeits­fei­er vor. Aber der König schickt sei­ne Die­ner immer wie­der zu den Gäs­ten, um die Ein­la­dung zu wie­der­ho­len. Doch ohne Erfolg. Der König erkennt, dass er wohl bei der Gäs­te­lis­te einen Feh­ler gemacht hat. Er erkennt: Ich will doch ein Fest fei­ern. Und ich will die­ses Fest mit denen fei­ern, die Lust dar­auf haben. Also schickt er die Die­ner ein letz­tes Mal hin­aus mit dem Auf­trag: Ladet alle, die ihr trefft, zur Hoch­zeit ein. Das ist mutig, da kann man nichts pla­nen, kei­ne Sitz­ord­nung erstel­len. Es gibt kei­ne Rang­fol­ge. Es ist egal, ob du gut oder böse bist, ob du arm oder reich bist. Die ein­zi­ge Bedin­gung ist: Nimm die Ein­la­dung an und feie­re mit mir – das aber aus gan­zem Herzen!

So ist das mit Gott und sei­nem Reich. Gott lädt ein und zwar alle. Gott wählt nicht aus. Wir selbst sind es, die die Aus­wahl tref­fen. Jeder für sich kann ent­schei­den: ich neh­me die Ein­la­dung Got­tes an, ich will sein Gast sein. In die­sem Sinn wün­sche ich ihnen allen einen geseg­ne­ten Sonntag.

 

Wolf­gang de Jong, Pfar­rer Pfarr­ver­band Fürstenzell
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