
Erfolgskontrolle!
Würde man in der katholischen Kirche eine Erfolgskontrolle machen, sähe das Ergebnis nicht gerade rosig aus: steigende Kirchenaustritte, immer weniger Kirchenbesucher etc. Jesus vermittelt uns aber eine Erfolgskontrolle ganz anderer Art. Nicht auf die Zahl der Gläubigen kommt es an, sondern dass die Gläubigen ihren Glauben überzeugend leben. Ein Impuls zum 12. Juli 2026 von Pfarrer Wolfgang de Jong.
Erfolgskontrolle: ein wichtiger Begriff im Wirtschaftsleben. Was Erfolg hat, hat Zukunft. Was erfolglos bleibt, muss um seinen Bestand fürchten. Erfolgskontrolle – würde man diesen Begriff auf die Kirche anwenden, dann sähe es nicht gerade rosig aus. Die Zahl der Kirchenbesucher nimmt ab, das Durchschnittsalter aber nimmt zu, und die nachwachsende Generation lässt auf sich warten. Das Gleichnis vom Sämann macht deutlich: Jesus rechnet damit, dass seine Botschaft vom Reich Gottes auch auf unfruchtbaren Boden fällt, und zwar sogar zum größten Teil. Das, was wir heutzutage im Erleben von Glauben und Kirche häufig beklagen, davon weiß schon die Bibel: Der Sämann tut zwar seine Arbeit, treu und unermüdlich, aber nur einiges der Saat geht auf. Vieles fällt auf dem Weg vieles auf felsigen Boden, und vieles wird vom Unkraut erstickt.
Das ist einfach so, sagt Jesus. Und dann wendet er unseren Blick auf das wenige, dass auf guten Boden fällt und Frucht bringt, teils hundertfach Teil 60-fach, teils 30-fach. Darauf kommt es an, das ist das Entscheidende. Diese wenigen Körner die Frucht bringen können das ersetzen und ausgleichen, was nicht aufgegangen ist. Eine Erfolgskontrolle, ganz anderer Art: Erfolg ist keine Angelegenheit der Menge, sondern der Qualität. Es kommt nicht allein darauf an, wie viele Menschen sich zum christlichen Glauben bekennen; es kommt eher darauf an, dass diejenigen, die glauben, ihren Glauben überzeugend leben. Es kommt nicht nur darauf an, wie gut die Gottesdienste besucht sind; es kommt eher darauf an, dass diejenigen, die den Gottesdienst mitfeiern, sich verändern lassen, vom Wort des Evangeliums und reiche Frucht bringen. In diesem Sinn wünsche ich ihnen allen einen gesegneten Sonntag.
Wolfgang de Jong, Pfarrer Pfarrverband Fürstenzell

