
Bruder-Konrad-Fest 2026
Heuer feiern wir den 132. Todestag und zudem 92 Jahre Heiligsprechung des Heiligen Bruder Konrad von Parzham. Am 21. April, dem Sterbe- und zugleich Gedenktag des Heiligen, findet auf dem Bruder-Konrad-Hof in Parzham ein Wallfahrtsgottesdienst statt. Zudem wird dort am 1. Mai traditionell zum Bruder-Konrad-Fest eingeladen. Ebenso wird in Altötting zum Bruder-Konrad-Fest eingeladen, am Wochenende nach dem Gedenktag am 25. und 26. April.
Zum 132. Mal jährt sich in diesem Jahr der Todestag des Nebenpatrons unseres Bistums, des Heiligen Bruder Konrad. Seine Heiligsprechung jährt sich damit am 21. April zum 92. Mal. Dies zu feiern und den Heiligen zu ehren, lädt man in Altötting zum Bruder-Konrad-Fest ein. So wird am Samstag, 25. April, abends in der Basilika St. Anna eine Heilige Messe, zelebriert von P. Marinus Parzinger, mit anschließender Lichterprozession gefeiert. Der zentrale „Bruder-Konrad-Tag“ findet dann tags darauf mit einem Barmherzigkeitssonntag am 25. April statt. Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner wird – auch in der Basilika – die festliche Orchestermesse zelebrieren. Auf dem Basilika-Vorplatz sind schließlich alle zum Zusammensein eingeladen. Mit einer feierlichen Vesper in der Konradkirche nachmittags um 16 Uhr und anschließendem Einzelreliquiensegen wird der Tag abgeschlossen.
Neben Bruder Konrads Wirkungsort Altötting ist heuer auch wieder an seinem Geburtsort in Parzham einiges geboten. Die Hauptveranstaltung auf dem Bruder-Konrad-Hof ist das große Bruder-Konrad-Fest am 1. Mai. Bereits am Vorabend am 30. April wird zu einer Lichterprozession von Weng nach St. Wolfgang eingeladen, wo ein Wallfahrtsgottesdienst gefeiert wird. Daneben wird bereits am 132. Todestag des Heiligen am 21. April ein Wallfahrtsgottesdienst um 16 Uhr gefeiert.
Leben – Wirken – Heiligsprechung
Geboren am 22. Dezember 1818 auf einem Bauernhof in Parzham wurde Bruder Konrad auf den Namen Johannes Evangelist Birndorfer getauft. Entgegen dem Wunsch seiner Eltern trat er 1952 in den Kapuzinerorden Altötting ein. Als Klosterpförtner, seiner Lebensaufgabe, lebte und wirkte er dort bis zu seinem Tod. Bruder Konrad hat ein leises Leben geführt, das von Gebet und Seelsorge geprägt war. Der barmherzige Kapuzinerbruder war als Pförtner und auch sonst stets für Hilfesuchende da, hatte die Menschen mit Essen versorgt und immer Zeit für Gespräch und Gebet. Nicht umsonst hat er den Satz „Das Kreuz ist mein Buch“ geprägt – einen Satz, der auch heute noch vielen Gläubigen die Kraft des Gebets aufzeigt und Stütze ist. Bruder Konrad starb am 21. April 1894 in Altötting.
Bruder Konrad wurde in Zeiten des erstarkenden Nationalsozialismus am 15. Juni 1930 vom damaligen Papst Pius seliggesprochen. Vier Jahre danach wurde er am 20. Mai 1934 heiliggesprochen. Nach dem Hl. Valentin, dem „Hauptpatron“ unseres Bistums, ist der Hl. Bruder Konrad seit 1984 der „Nebenpatron“ unseres Bistums.
Zentrale Feierlichkeiten in Altötting
Sa, 25. April, 20 Uhr
Vorabendmesse mit Predigt von P. Marinus Parzinger in der Basilika St. Anna mit anschließender Lichterprozession
So, 26. April, 10 Uhr
Festliche Orchestermesse mit Erzbischof Franz Lackner in der Basilika St. Anna Altötting mit anschließendem Zusammensein auf dem Basilika-Vorplatz
So, 26. April, 16 Uhr
Feierliche Vesper in der Konradkirche Altötting mit anschließendem Einzelreliquiensegen
Details zu den Veranstaltungen finden Sie hier:
Zentrale Feierlichkeiten in Parzham
Di, 21. April, 16 Uhr
Wallfahrtsgottesdienst im Gottesdienstraum des Bruder-Konrad-Hofs Parzham
Do, 30. April, 19.30 Uhr
Lichterprozession von Weng zum Wallfahrtsgottesdienst in St. Wolfgang
Fr, 1. Mai, 10 Uhr
Wallfahrtsgottesdienst mit Sr. M. Helene Binder, Generaloberin der Benediktinerinnen der Anbetung auf dem Bruder-Konrad-Hof Parzham
Details zu den Veranstaltungen finden Sie hier:
Pontifikalgottesdienst in Passau
Neben den Feierlichkeiten in Altötting und Parzham wird der Heilige Bruder Konrad direkt an seinem Sterbe- und Gedenktag am 21. April gefeiert. Den Pontifikalgottesdienst um 18 Uhr im Passauer Stephansdom wird Bischof Stefan Oster SDB zelebrieren. Alle Gläubigen sind herzlich dazu eingeladen, den Nebenpatron unseres Bistums gemeinsam zu feiern.
Leben des Bruder Konrad
Konrad von Parzham war Klosterpförtner in Altötting. Seine Demut und die aufopfernde Hilfsbereitschaft sind es, die diesen bescheidenen Mann unvergessen machen und ihn zu einem Heiligen werden ließen.
Konrad, der Sohn einer Bauernfamilie, wurde am 22. Dezember 1818 in Parzham im Rottal geboren und erhielt den Namen Johann Evangelist Birndorfer. Bis zu seinem 31. Lebensjahr arbeitete er wie alle seine Geschwister auf den Feldern und Äckern. Obwohl er leidenschaftlicher Bauer war, verzichtete er 1849 auf den Hof und trat als Laienbruder in das Kapuziner-Kloster St. Anna in Altötting ein. Drei Jahre später legte er das Gelübde ab und nahm den Namen Konrad an. Schon bald übertrug man Konrad das Amt des Klosterpförtners. Diese Tätigkeit sollte seine Lebensaufgabe werden, für die er sich aufopferte bis zu seinem Tod.
Nach 41 Jahren spürte Konrad von Parzham, dass seine Lebensuhr abgelaufen war. Auszehrung und Erschöpfung forderten ihren Tribut. Er starb während des abendlichen Angelusläutens am 21. April 1894 im Ruf der Heiligkeit. Am 13. Oktober 1912 wurden seine Gebeine in die alte St. Anna-Kirche (jetzt Bruder-Konrad-Kirche) übertragen.
Papst Pius sprach ihn am 15. Juni 1930 selig und am 20. Mai 1934 nahm er ihn in das Verzeichnis der Heiligen auf. Der Hl. Bruder Konrad von Parzham wurde 1984 nach dem Hl. Valentin und Hl. Maximilian zum dritten Diözesanpatron erwählt.
Zeittafel
| 1818 | Geboren als 11. Kind der Bauers-Eheleute Bartholomäus und Gertraud Birndorfer auf dem Venushof zu Parzham, Pfarrei Weng (Diözese Passau, heute zur Stadt Griesbach / Niederbayern gehörend). Am gleichen Tag in der Wallfahrtskirche St. Wolfgang bei Weng getauft | |
| 1832 | Tod der Mutter | |
| 1834 | Tod des Vaters | |
| 1838 | Volksmission in Ering am Inn. Johannes Birndorfer nahm eifrig daran teil. Sein Leben bekam eine klare religiöse Ausrichtung | |
| 1841 | Aufnahme in den Dritten Orden des heiligen Franziskus zu Altötting unter dem Namen Franziskus | |
| 1842 | Profess im Dritten Orden | |
| 1840 – 1849 | Benefiziat Franz Xaver Dullinger, Kurat an der Wallfahrtskirche St. Leonhard in Aigen am Inn, Beichtvater und Seelenführer des Johannes Birndorfer | |
| 1849 | Aufnahme als Kandidat in das Kapuzinerkloster St. Anna zu Altötting. Gehilfe an der Pforte. | |
| 1851 | Versetzung nach Burghausen zur Pflege eines kranken Mitbruders und Aufnahme in das Noviziat zu Laufen (an der Salzach) | |
| 1852 | Feierliche Profess auf Lebenszeit in Laufen und Versetzung nach Altötting St. Anna als Pförtner | |
| 1892 | Letzter Besuch auf dem heimatlichen Hof | |
| 1893 | Tod der letzten Schwester, Theresia Birndorfer | |
| 1894 | Letzter Dienst an der Pforte in Altötting | |
| 21. April 1894 | seliges Verscheiden | |
| 24. April 1894 | Requiem und Beisetzung in der Gruft des Kapuzinerklosters St. Anna zu Altötting | |
| 1912 | Erhebung der Gebeine und Überführung in die Klosterkirche St. Anna, Beginn des Seligsprechungsprozesses | |
| 1925 | Zweite Erhebung und Rekognoszierung der Gebeine | |
| 1930 | Dreifaltigkeitssonntag, Seligsprechung durch Papst Pius XI. | |
| 1934 | Pfingstsonntag, Heiligsprechung durch Papst Pius XI. | |
Tagesablauf eines Pförtners
Etwa 41 Jahre lang ging Br. Konrad dem Dienst als Pförtner im St. Anna-Kloster nach. Eine fordernde Aufgabe, die Menschenkenntnis und Geduld verlangte.
Vor 4 Uhr öffnete er die Kirche, richtete in der Sakristei die Dinge für die Frühmesse her, bereitete das Frühstück vor. Um 5 Uhr bei der ersten Messe in der Gnadenkapelle ministrierte er. Anschließend ging er zum Frühstück und war ab 6 Uhr an der Pforte tätig. Wenn gerade Zeit war, zog er sich zum Beten in die Alexiuszelle zurück. Der Wechsel von Gebet, Arbeit und Erholung bot eine gute Tagesstruktur. Nach dem Mittagessen machte er etwas Pause bis 14 Uhr, während Gebet und Abendessen entlastete ihn ein Gehilfe an der Pforte. Die Pforte war im Sommer bis 21 Uhr, im Winter bis 20 Uhr geöffnet. Wollte ein Besucher einen Kapuziner sprechen, musste der Pförtner ihn suchen. Im Haus oder Garten nutzte man Klingelzeichen. Im Lauf des Jahres kannte und kennt das Klosterleben Zeiten religiöser Übung oder körperlicher Erholung wie Exerzitien, Wallfahrt oder den Besuch bei Geschwistern.
Heute muss der Pförtner nicht mehr so weite Wege gehen. Er hat ein schnurloses Telefon und kann Brüder anrufen. Er kann das Tor von der Pforte aus öffnen. Die Zeiten haben sich verlagert. Wir fangen nicht so früh an. Der Tag ist strukturiert durch Gebets- und Essenszeiten. Laudes um 7.30 Uhr, Sext um 12.20 Uhr, Vesper um 18.00 Uhr. Dazwischen gehen wir unserer Arbeit nach. Der Pförtner sitzt nicht einfach an seinem Platz, sondern bereitet Frühstück und Abendessen, deckt den Tisch, verteilt die Post, kümmert sich um Blumen und vieles mehr. Damals wie heute braucht der Pfortenbruder ein offenes Ohr und ein sanftes Herz, um sich die Sorgen der Menschen anzuhören und recht zu antworten.

