
Einfach mega!
Jahresevent, Jahrhundertkatastrophe, Weltrekorde, Jahrhundertkrisen. Oder nur: „Einfach mega!“ Wir leben in einer Zeit der Superlative. Von einem völlig anderen Superlativ lesen wir im Evangelium, wenn Jesus sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10). Der biblische Superlativ: Fülle und Überfluss. Ein Impuls zum 26. April 2026 von Papsthaus-Leiter Franz Haringer.
Unsere Zeit ist um Superlative nicht verlegen. Da gibt es das Event des Jahres oder die Katastrophe des Jahrzehnts. Da werden Weltrekorde gefeiert oder Jahrhundertkrisen befürchtet. Wir hören von massiven Problemen und gigantischen Aussichten. Und andere sagen zu fast allem und jedem nur noch: „Einfach mega!“
Ein Superlativ ganz eigener Art steht auch im Evangelium des heutigen 4. Sonntags der Osterzeit. Der Herr Jesus sagt von sich: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10). Das ist der biblische Superlativ: Die Fülle, der Überfluss. Da spricht einer von Leben im Überfluss, von Leben in Fülle, das er schenken kann. Darf er so sprechen? Oder ist das nur eine riesige Anmaßung?
Der Glaube der Christen sagt: In der Fülle, in der Mitte der Zeit tritt der auf, der ganz von Gott erfüllt war. In Jesus von Nazaret wollte Gott mit seiner ganzen Fülle wohnen. Die ganze Geschichte Gottes mit den Menschen läuft auf diese Er-Füllung zu: Gott wird Mensch und erfüllt so alle Hoffnungen und Ahnungen der Menschen – größer und reichhaltiger, als es zu erwarten war.
Jesus Christus nimmt dann auch den Kampf auf mit der Mega-Krise der Menschheit: mit dem Tod. An Ostern wird der Tod besiegt und nun hat wirklich jeder Superlativ seine Berechtigung: Die Fülle des Lebens und der Freude ist uns geschenkt. Der Auferstandene steht höher als alle Mächtigen und Herrscher dieser Welt. Und doch ist er ganz inmitten seiner Gläubigen und erfüllt und trägt die Kirche von innen her.
Wer sein Leben fest im auferstandenen Christus verankert, der kann dann auch die lauten Töne dieser Welt gelassen hören: die großen Befürchtungen und die reißerischen Versprechen. Wer dem auferstandenen Herrn Jesus traut, der weiß: „Einfach mega“ – einfach groß ist nur er, weil er gekommen ist, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag.
Franz Haringer, Leiter Papst-Geburtshaus Marktl a.I.

