Gedanken zum Evangelium Bistum Passau

Künzing - Wallerdorf - Forsthart

Lebendiges Wasser

Im heutigen Evangelium begegnet Jesus einer Frau am Brunnen. Aus einer Bitte um Wasser wird ein Gespräch über Sehnsucht, Schuld und Hoffnung. Jesus spricht von „lebendigem Wasser“ – einer Quelle, die den tiefsten Durst des Menschen stillt. Mehr dazu von Generalvikar Josef Ederer in seinem Impuls zum Sonntag.

Leben­di­ges Was­ser“ — Wenn ich die­ses Wort höre, den­ke ich an kla­res Quell­was­ser, das aus einem Fel­sen her­aus­spru­delt, kühl, sprit­zig, leben­dig, lebens­spen­dend. Wo Was­ser fehlt — geht das Leben zu Grun­de. Da herr­schen Not und Tod. Was­ser bedeu­tet Leben! Das heu­ti­ge Evan­ge­li­um greift die­se Erfah­rung auf: Jesus begeg­net am Jakobs­brun­nen in der Mit­tags­hit­ze einer sama­ri­ta­ni­schen Frau, die gera­de Was­ser holt.

 

 

Er hat Durst und bit­tet sie um Was­ser — und so kom­men sie ins Gespräch über das Was­ser, den Glau­ben und die Lebens­ge­schich­te der Frau: Fünf Män­ner hat sie gehabt, und der, den sie jetzt hat, ist nicht ihr Mann. Die Begeg­nung mit Jesus wirkt wie leben­di­ges und rei­ni­gen­des Wasser.

Alles wird hoch­ge­spült und klar: Ihre tie­fe Sehn­sucht nach Ange­nom­men­sein, ihr Durst nach Lie­be, nach Leben, aber auch Ihre Not, das Schei­tern ihrer Bezie­hun­gen, Ent­täu­schun­gen, Tod und was auch immer. — Genau erfah­ren wir es nicht — und das braucht es auch nicht! — Jesus ver­ur­teilt sie nicht, — er seg­net ihren Lebens­wan­del aber auch nicht ab, son­dern er stellt die Situa­ti­on klar — wie Wasser.

Und: Er ver­weist auf die Quel­le, die allein letzt­lich ihren Lebens­durst, ihren Durst nach Leben, nach Bezie­hung, nach Gemein­schaft, nach Wert­schät­zung, nach Wür­de und Lie­be stil­len kann: Er kann das leben­di­ge Was­ser geben. Er ist selbst die gött­li­che Quel­le des leben­di­gen Wassers.

Die Frau spürt: Die­se Begeg­nung bringt nicht nur ihre tiefs­ten Wun­den an die Ober­flä­che, son­dern sie ist von Grund auf rei­ni­gend, von den tiefs­ten Ver­let­zun­gen her heil­sam, ja ret­tend. ​Er ist wirk­lich der Ret­ter der Welt.“, beken­nen die Men­schen am Ende des heu­ti­gen Evangeliums.

Ich lade Sie ein: Neh­men Sie die Gele­gen­heit der Fas­ten­zeit wahr, um über den Durst und die Sehn­süch­te in Ihrem Leben und auch die wun­den Stel­len, die viel­leicht da sind tie­fer nach­zu­den­ken. Die Quel­le des Lebens, das ​leben­di­ge Was­ser“ spru­delt — und war­tet auf Sie!

 

Gene­ral­vi­kar Josef Ederer
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