
Christsein ist eine innere Haltung!
Arm sein vor Gott, trauern können, sanftmütig bleiben, gerecht sein und Frieden stiften. All das sind Qualitäten, die Jesus seinen Jüngern in den Seligpreisungen offenbart. Qualitäten, die einen Nachfolger Jesu ausmachen. Christsein ist kein äußeres Zeichen, sondern eine innere Haltung! Ein Impuls zum 1. Februar 2026 von Diakon und Jugendseelsorger Nikolaus Pfeiffer.
Achtung – die nachfolgende Botschaft ist nicht angenehm oder leichtbekömmlich. Im Matthäusevangelium macht Jesus seinen Jüngern eine – wie ich finde – alles andere als leicht verdauliche Ansage. Die sogenannten Seligpreisungen sind keine netten Worte. Kein spiritueller Wohlfühlmoment, den man Jesus vielleicht sonst so gern zuschreibt.
Jesus hält hier keine Einladung hoch, die man annehmen oder höflich ablehnen kann. Er spricht zu seinen Jüngern. Zu denen, die schon mit ihm unterwegs sind. Und er sagt: So sieht Nachfolge aus. Punkt.
Arm vor Gott sein.
Trauern können.
Sanftmütig bleiben.
Hunger haben nach Gerechtigkeit.
Frieden stiften.
Nicht ausweichen. Nicht wegducken.
Das ist kein Programm für ein schönes, bequemes Leben. Das ist eine Sendung.
Schauen wir ehrlich in unseren Alltag: Ist das, was Jesus seinen Jüngern – und damit auch uns – mitgibt, wirklich „easy going“? Fällt uns das leicht? Also mir nicht. Ich stoße da an meine Grenzen. Nicht alles gelingt. Nicht alles ist einfach. Und genau deshalb geht es nicht um ein äußeres Zeichen. Christsein ist kein Schild, das man vor sich herträgt: „Achtung, ich bin Christ.“ Christsein ist eine Haltung. Von innen heraus. Aus Überzeugung.
Ja – das ist herausfordernd. Man eckt an. Man wird missverstanden, nicht ernst genommen. Und manchmal fragt man sich: Warum tue ich mir das eigentlich an? Jesus verschweigt das nicht. Im Gegenteil. Er sagt offen: Wer mir nachfolgt, wird nicht immer Beifall bekommen. Aber – und das ist entscheidend – Jesus verlangt von uns keine Heldentaten. Er erwartet nicht, dass wir alles im Griff haben oder immer richtig handeln.
Jede der Seligpreisungen beginnt mit einem Zuspruch: „Selig seid ihr…“ Nicht erst, wenn alles gelingt. Nicht irgendwann. Sondern jetzt. Nachfolge Jesu ist kein Punktesystem und kein Bestehen oder Durchfallen. Nachfolge ist Beziehung. Ein Weg mit Fragen, mit Unsicherheiten
und mit ehrlichen Grenzen – aber mit Rückhalt und einem klaren Bekenntnis zu ihm.
Wir sind nicht berufen, bequeme Christen zu sein, sondern die Botschaft Jesu zu leben, sie in diese Welt hinauszutragen und weiterzugeben. Und genau dazu sendet uns Jesus.
Nikolaus Pfeiffer, Diakon und Jugendseelsorger

