
Lebendiges Wort
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ Durch diese Botschaft Jesu aus dem Buch Genesis (Gen 2,4b) wird einmal mehr deutlich, wie lebendig das Wort Gottes ist – Lebensatem für die Menschen. Ein Impuls zum 1. Fastensonntag am 22. Februar 2026 von Gemeindereferentin Jennifer Kinder.
Lebendig, energie- und kraftvoll. So würde ich den Anfang der heutigen alttestamentlichen Lesung beschreiben. Gott bläst dem Menschen den Lebensatem ein, und der Mensch wird lebendig, und zwar durch und von jedem Wort, das von Gott kommt. Das wird Jesus im heutigen Evangelium bestärken, indem er sagt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“
Die Texte des heutigen Sonntags leben von bezeichnenden Kontrasten. Einerseits die Schöpfungserzählung, die im Garten Eden spielt, mit allen Formen und Farben und Lebewesen, die ich mir vorstellen kann und umgeben von Gott. Im krassen Gegensatz dazu das Sonntagsevangelium, wo wir Jesus in der Wüste finden. Teufel, Tod und Gottesferne. Und trotz allem füllt Jesus diese Welt der Wüste mit Leben. Denn Jesus und der Teufel sprechen miteinander. Jesus steht dem Bösen mutig gegenüber. Und nur so kann er dieses letztlich überwinden.
Liebend gerne versuche ich, das Böse, das Widerspenstige, das Unangenehme zu vermeiden. Im ersten Moment die einfachste Lösung. Ist sie aber nicht. Das zeigt die Erfahrung. In meiner Vorbereitungszeit auf Ostern versuche ich es Jesus nachzutun und mich dem Unangenehmen, dem Bösen, dem Teufel oder wie auch immer Sie es nennen wollen, aktiv zu stellen. Und zwar in der Hoffnung, dass mich genau das befreit und zum Leben führt, das von und durch Gottes Wort lebendig wird.
Jennifer Kinder, Gemeindereferentin in Fürstenzell

