Gedanken zum Evangelium Bistum Passau

Künzing - Wallerdorf - Forsthart

So wächst Hoffnung!

Hoffnung wächst oft leise und unscheinbar – wie kleine Blätter eines Palmtriebs langsam zu einem großen Palmzweig heranwachsen. Neue Blätter entstehen, während alte absterben und den Stamm bilden. So dürfen auch wir als Christen sicher sein: Auf Jesu Tod am Kreuz folgt seine Auferstehung. Und die Hoffnung erfüllt sich. Ein Impuls zum Palmsonntag am 29. März 2026 von Pastoralreferentin Magdalena Dobler.

Stel­len Sie sich vor, Sie erwar­ten heu­te Gäs­te zum Essen. Sie decken den Tisch, holen eine beson­de­re Tisch­de­cke her­vor und stel­len Blu­men auf. Denn Sie wol­len zei­gen: Du bist hier will­kom­men. Wir freu­en uns auf dich. Ähn­lich freu­dig emp­fin­gen die Men­schen Jesus damals am Palm­sonn­tag in Jeru­sa­lem. Sie leg­ten Klei­der und Palm­zwei­ge auf den Weg, als er in die Stadt kam, und rie­fen vol­ler Begeis­te­rung: Hosi­an­na! Am Palm­sonn­tag spie­len die Palm­zwei­ge eine beson­ders wich­ti­ge Rol­le. Grün ist die Far­be des Lebens und ein Zei­chen der Hoff­nung. Die Men­schen setz­ten ihre Hoff­nung auf Jesus, sie sehn­ten sich nach Hil­fe, nach Frie­den und Ret­tung. Und das könn­te auch unse­re Hoff­nung sein: dass jemand kommt und unser Leben heil macht.

Auch die Pal­me selbst ist ein schö­nes Bild für Hoff­nung. Ein neu­es Blatt wächst aus der Mit­te. Zuerst sieht man nur einen lan­gen, unschein­ba­ren Trieb. Dann ent­fal­tet sich dar­aus ein gro­ßer Palm­we­del. Ein neu­es Blatt ent­steht, wäh­rend die alten Blät­ter nach und nach abster­ben und den Stamm bil­den. So wächst Hoff­nung, oft lei­se und unschein­bar. Viel­leicht fra­gen wir uns: Wor­auf hof­fen wir heu­te? Was soll sich zum Guten wen­den? Manch­mal sehen wir vor lau­ter Sor­gen und Zukunfts­ängs­ten kei­nen Fun­ken Hoffnung.

 

 

Die Kar­wo­che, die heu­te beginnt, zeigt, wie eng Hoff­nung und Ent­täu­schung oft bei­ein­an­der­lie­gen. Sie führt uns mit Jesus: vom Ein­zug in Jeru­sa­lem, über das Letz­te Abend­mahl, durch Lei­den und Kreu­zi­gung bis zur Stil­le im Grab. Dort scheint alle Hoff­nung gestor­ben. Doch die Geschich­te endet nicht im Grab. Am Ende steht die Auf­er­ste­hung. Am Ende erfüllt sich die Hoff­nung doch. Anders als erwar­tet, ganz anders als es denk­bar gewe­sen wäre, wur­de Jesus zum Messias.

Die Kar­wo­che zeigt uns auch etwas von unse­rem eige­nen Leben. Es kennt Hoff­nung und Ent­täu­schung, Erfolg und Schei­tern, Freu­de und Schmerz. Oder in einem ein­fa­chen Satz: ​Life hurts – God heals“. Das Leben schmerzt – Gott heilt. Gott ver­spricht uns: Ich bin bei euch – im Leben und im Tod und dar­über hin­aus. Die Hoff­nung wird sich erfül­len, dar­auf dür­fen wir ver­trau­en. Die Hei­li­ge Woche beginnt mit den grü­nen Palm­zwei­gen. Sie sind Zei­chen der Hoff­nung, die über unse­rem Leben wehen soll.

 

Mag­da­le­na Dobler, Pas­to­ral­re­fe­ren­tin
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