Fidelis (1578–1622) war ein Idealist mit einer großen Vision – und den falschen Verbündeten. Er wurde als Marcus Rey in Sigmaringen (heute Baden-Württemberg) geboren. Nach seinem Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft begleitete Marcus den Freiherrn Wilhelm von Stotzingen auf Reisen durch ganz Europa. Später erhielt er eine Stelle am obersten Gerichtshof, wo er sich als „Anwalt der Armen“ einen Namen machte. Doch die um sich greifende Korruption stieß Marcus dermaßen ab, dass er sein Amt niederlegte. Er trat dem strengen Kapuzinerorden bei und nahm den Namen Fidelis an. Nach seiner Priesterweihe wurde er zur Mission in das reformierte Prättigau (heute Schweiz) gesandt. Kurz zuvor hatten österreichische Truppen im Zuge des Dreißigjährigen Krieges die Region erobert und versuchten nun, die Bevölkerung unter Zwang zu re-katholisieren. Fidelis lehnte Gewaltanwendung im Glauben ab und zog predigend durch die Dörfer. Er wollte die Menschen mit seinen Worten und seinem Vorbild überzeugen. Die Unterdrückten aber sahen in ihm einen Repräsentanten der Glaubensverfolgung: Reformierte Bauern lockten ihn am 24. April 1622 in einen Hinterhalt und töteten ihn durch zahlreiche Hiebe und Stiche. Papst Benedikt XIV. sprach ihn 1746 heilig.
