Kalenderblatt

Künzing - Wallerdorf - Forsthart

 

Fronleichnam

 

Dieses Hochfest hat ein echtes Imageproblem: Erstens wissen nur noch wenige, was da eigentlich gefeiert wird. Zweitens klingt der in Deutschland geläufige Name „Fronleichnam“ alles andere als einladend. Die Bezeichnung stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet so viel wie „Herrenleib“. Der offizielle liturgische Name „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ ist eindeutiger, aber auch furchtbar lang. Und drittens fragen sich zahllose Autofahrer, die den Brückentag für einen Kurzurlaub nutzen wollen, warum diese Katholiken ausgerechnet heute mit Prozessionen die Straßen blockieren müssen. Aber der Reihe nach: 1264 führte Papst Urban IV. das Fest aufgrund der Visionen von Juliana von Lüttich für die gesamte katholische Kirche ein. Seitdem gedenken die Gläubigen alljährlich zwei Wochen nach Pfingsten der Einsetzung des Altarsakraments. Besonders beliebt waren die sich daraus entwickelnden Sakramentsprozessionen, bei denen eine gewandelte Hostie feierlich durch Straßen und Felder getragen wurde. Bis heute wird diese Tradition von vielen Gemeinden mit eigenem Brauchtum gepflegt: Je nach Region werden Pferdeumzüge gestaltet, kunstvolle Blumenteppiche gelegt oder Triumphbögen geschmückt. Besonders in der Diaspora oder in Zeiten religiöser Unterdrückung erlebten und erleben Katholiken diesen Tag als identitätsstiftendes Fest ihres Glaubens.

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