
Karfreitagsratschen
ein ganz besonderer Brauch, der vor allem in katholischen Regionen Süddeutschlands, Österreichs und Teilen der Schweiz gepflegt wird!
Was sind Karfreitagsratschen?
Karfreitagsratschen sind hölzerne Instrumente, die während der Karwoche, insbesondere am Karfreitag und Karsamstag, verwendet werden. Sie ersetzen die Kirchenglocken, die nach alter Tradition ab Gründonnerstag bis zur Osternacht nicht läuten, weil sie symbolisch „nach Rom geflogen“ sind.
Wie funktionieren Ratschen?
Ratschen sind einfache Holzgeräte, die durch Drehen oder Schütteln ein lautes, klapperndes Geräusch erzeugen. Es gibt verschiedene Arten:
- Handratschen: Kleine Ratschen, die von Kindern oder Erwachsenen gedreht werden.
- Wagenratschen: Größere Ratschen, die auf einem Wagen montiert sind und von mehreren Personen gezogen werden.
Wann und wie werden Ratschen eingesetzt?
- Früh am Morgen: Die Ratscher ziehen durch die Straßen und wecken die Gläubigen zum Morgengebet.
- Zur Gebetszeit: Sie ersetzen das Angelusläuten (um 12 Uhr mittags).
- Zur Messe: Sie rufen zur Karfreitagsliturgie.
- Zur Sterbestunde Jesu: Um 15 Uhr wird oft besonders laut geratscht, um an den Tod Jesu zu erinnern.
Wer macht das?
Traditionell sind es oft Kinder und Jugendliche, die in Gruppen durch die Dörfer ziehen und ratschen. In manchen Gemeinden gibt es sogar Wettbewerbe, wer am besten rasselt!
Symbolik
Die Ratschen erinnern an die Stille und Trauer des Karfreitags. Ihr Klang ist ein Zeichen dafür, dass die Glocken schweigen und die Gemeinde sich auf das Leiden Christi besinnt.
Ein lebendiger Brauch
Obwohl die Ratschen heute oft durch Lautsprecher oder andere Technik ersetzt werden könnten, bleibt dieser Brauch in vielen Gemeinden lebendig – als Zeichen der Verbundenheit mit der Tradition und dem Glauben.


