
Palmbuschen gegen Spende
Künzinger Herbstlaub
Die Seniorengruppe „Künzinger Herbstlaub“ bietet am kommenden
Sonntag, 29. März 2026
vor dem Gottesdienst wieder Palmbuschen gegen eine Spende an.
Bedeutung und Brauchtum
Der Palmbuschen ist ein zentraler Brauch am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern. Er erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihm die Menschen mit Palmzweigen zujubelten . Da in unseren Breiten keine Palmen wachsen, werden sie durch heimische Zweige ersetzt .
Nach der Segnung in der Kirche kommen dem Palmbuschen verschiedene schützende Funktionen zu:
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Schutz für Haus und Hof: Er wird im Herrgottswinkel, an der Haustür oder auf dem Dachboden aufbewahrt, um vor Blitzschlag, Feuer und Unheil zu schützen .
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Segen für die Ernte: Auf dem Feld oder im Garten aufgestellt, soll er für eine gute Ernte sorgen .
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Weiterverwendung: Getrocknete Zweige vom Vorjahr werden manchmal zu Aschermittwoch verbrannt – die Asche wird dann für das Aschenkreuz verwendet .
🌿 Welche Zweige gehören in einen Palmbuschen?
Es gibt nicht „den einen“ Palmbuschen – die Zusammensetzung variiert je nach Region und persönlicher Vorliebe. Wichtig ist, dass du sieben bis neun verschiedene Zweigarten verwendest .
| Zweigart | Symbolik / Bedeutung |
|---|---|
| Palmkätzchen (Weide) | Stehen stellvertretend für die Palmwedel aus der Bibel |
| Buchsbaum | Oft der Hauptbestandteil; Symbol für Unschuld und Beständigkeit |
| Stechpalme (Ilex) | Immergrün, steht für das Leben und den Sieg über den Tod |
| Wacholder | Schutz- und Reinigungskraft |
| Eibe, Efeu, Haselnuss | Weitere immergrüne oder frühblühende Zweige, die für Leben, Weisheit und Fruchtbarkeit stehen |
Neben dem Grün werden die Buschen traditionell mit bunten Bändern verziert, wobei jede Farbe eine eigene Bedeutung hat :
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Grün: Freude über die Auferstehung
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Rot: Bluttod Christi oder auch die Farbe des Lebens
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Weiß: Unschuld Christi
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Violett/Schwarz: Trauer
Zusätzlich werden manchmal Äpfel, Orangen oder Palmbrezeln (süße Gebildbrote) angebunden, die einen Vorgeschmack auf das Osterfest geben .
👨🌾 Traditionelle Herstellung: So bindest du ihn selbst
Die Kunst des Palmbuschenbindens wird oft von Generation zu Generation weitergegeben. Traditionell wird dabei weder Draht noch Nagel verwendet, sondern alles mit Weidenruten zusammengebunden .
Hier ist eine vereinfachte Anleitung, die auf der traditionellen Methode basiert :
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Material vorbereiten: Du brauchst einen geraden Haselnussstock als Stiel, verschiedene Grünzweige (z. B. Palmkätzchen, Buchs, Wacholder), eine lange, biegsame Weiden- oder Hartriegelrute zum Binden und bunte Bänder zur Zierde.
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Grün schneiden: Schneide alle Zweige auf die gleiche, gewünschte Länge.
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Bündeln: Fasse die Grünzweige zusammen, stecke den Haselnussstock in die Mitte und binde alles mit einem Blumendraht oder einer Schnur fest zusammen .
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Den unteren Abschluss binden (die Kunst): Weiche die Weidenrute ein, damit sie geschmeidig wird. Wickle sie mehrmals fest um die unteren Enden der Zweige, sodass diese komplett umschlossen werden. Das Ende der Rute wird dann zwischen den Zweigen versteckt .
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Verzieren: Zum Schluss kommen die bunten Bänder und Schleifen daran.
Tipp: Falls du es dir einfacher machen möchtest, kannst du die Zweige und Deko-Eier auch mit Blumendraht direkt am Holzstab befestigen und den Draht dann mit einem hübschen Band verstecken .

