St.-Georgs-Ritterorden für Alfred Binder

Künzing - Wallerdorf - Forsthart

Verehrte Besucher unserer Homepage,

gestern Nachmittag wurde ich vom Ordenskanzler S.E. Cseske Andras in Niedernburg feierlich in den Orden des Hl. Georg zu Visegrad aufgenommen.

Warum wird man heute noch Ritter?

Aus Nostalgie?

Aus verklärtem rosa Blick auf die Geschichte?

Aus Verantwortung?

Viele Zeitgenossen bedauern, dass die Höflichkeit mehr und mehr aus unserer Gesellschaft verschwindet.

Wer höflich ist, der gilt heute leider oft als antiquiert, von gestern und nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit!

Da scheinen die Statuten des St.-Georgs-Ritterordens (übrigens der älteste seit 1226 durchgängig bestehende Ritterorden des Abendlandes!), völlig unzeitgemäß:

Ein Ritter ist höflich: er begegnet dem Nächsten mit Respekt und grundsätzlicher Achtung.

Der Ritter ist ehrlich: er sucht nach der Wahrheit, die aus der Liebe Gottes kommt, und sucht sie in der Welt durch sein Handeln zu verwirklichen.

Der Ritter beschützt die Schwachen und Armen: er sucht nicht seinen Vorteil, sondern sieht die Not des Mitmenschen und versucht, diese zu lindern.

Er verteidigt den Glauben und seine Heimat: er weiß, dass er mit seinem Handeln einem weit Höheren Rechenschaft schuldig ist, und in einer Zeit der Universalisierung des Heimat-Begriffes achtet er die Geschichte seines Landes und die daraus erwachsenen Verantwortungen.

Der Ritter hält die Treue: er ist keine Fahne im Wind, kein Blatt, das im Sturm umhergeblasen wird. Er steht zu seinem Wort, auf das man sich verlassen kann, und er ist auch bereit die Konsequenzen seines Wortes zu tragen.

 

Dieses Gelöbnis habe ich vor dem Altar Gottes und am Grab der Sel. Königin Gisela von Ungarn abgelegt:

In Veritate Iustus Sum Huic Fraternali Societati

(In Wahrheit bin ich rechtschaffen gegenüber diesem brüderlichen Bund)

So wahr mir Gott helfe!

 

Wie sehr braucht unsere Zeit doch Ritter!

Ich bitte Sie, liebe Schwestern und Brüder, für ihr begleitendes Gebet.

 

Ihr Alfred Binder, Pfr.

 

 

Der St.-Georgs-Ritterorden (ungarisch: Szent György Lovagrend) wurde am 24. April 1326 vom ungarischen König Karl I. Robert (Karl Robert von Anjou) auf der Burg Visegrád gegründet.

Er gilt als der erste weltliche Ritterorden Europas – also der erste, der nicht von der Kirche, sondern von einem Monarchen gestiftet wurde, und datiert noch vor dem bekannteren englischen Hosenbandorden (gegründet 1348).

Historische Ursprünge und Aufgaben

Im Mittelalter diente der Orden vorrangig als königliche Leibwache und elite Rittergesellschaft. Die ursprüngliche Satzung aus dem Jahr 1326 sah eine Gemeinschaft von 50 Rittern vor, die folgende Pflichten hatten[ citation:8]:

  • Schutz des Monarchen: Sicherstellung der Sicherheit des Königshofes in Visegrád.

  • Gegenseitiger Beistand: Die Ritter schworen sich, einander in Not zu helfen.

  • Christlicher Glaube: Eintreten für den christlichen Glauben und Unterstützung von Kranken und Armen.

Die Ritter trugen schwarze, knielange Mäntel. Das Siegel des Ordens zeigte den Drachentöter St. Georg als Schutzpatron zu Pferd.

Niedergang und Neubelebung

Mit der Zeit verlor der Orden an Bedeutung. Obwohl er nie formell aufgelöst wurde, ruhte seine Tätigkeit über Jahrhunderte (man spricht hier von einem „quieszenten“ Orden). Die ursprünglichen Gründungsurkunden werden heute im Ungarischen Staatsarchiv in Budapest aufbewahrt.

Im Jahr 1990 wurde der Orden auf Initiative der Bürger von Visegrád **neu belebt. Heute hat er sich karitativen und sozialen Aufgaben verschrieben, wie dem Schutz der christlichen Religion und der Unterstützung der Armen.

Der Orden heute

Heute sind die Mitglieder („Damen und Ritter“) über ganz Europa und die USA verteilt. Die Aufnahme erfolgt traditionell durch den Ritterschlag – entweder in Visegrád, der historischen Stammburg, oder (seit einigen Jahren) in Passau am Grab der seligen Gisela, der ersten Königin Ungarns. Das starke Priorat (Ortsgruppe) in Passau ist das aktivste außerhalb Ungarns.

Die Ritter verpflichten sich in einem Eid zu einem tugendhaften Leben und zu karitativen Tätigkeiten. Der Gedenkspruch des Ordens lautet „IN VERITATE IUSTUS SUM HUIC FRATERNALI SOCIETATI“ (Kurz: I.V.I.S.H.F.S.), was bedeutet: „In Wahrheit bin ich rechtschaffen gegenüber diesem brüderlichen Bund“.

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